18. Dezember 2018
 

Infos

Markus Frick: Zweifelhafte Börsentipps

Über 20.000 Anleger betroffen

Der Fall Markus Frick ist einer der größten und wirtschaftlich bedeutendsten Schadensfälle des Kapitalmarkts in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Über 200.000 Anleger sollen an seinen Seminaren teilgenommen haben (Quelle: Wikipedia). Nach Informationen der Financial Times Deutschland sind ca. 20.000 Anleger seinen Anlageempfehlungen gefolgt und haben bis zu € 760 Mio. in die Tipps des gelernten Bäckers aus Sinsheim investiert. Viele Anleger haben fast alles verloren.

Stargold-, Starenergy- und Russoil-Aktien im Focus der Emittlungen 

Markus Frick hat über seine "Email-Hotline" den Abonnenten des Börsenbriefs jahrelang hochspekulative Anlageempfehlungen gegeben, die in vielen Fällen Rohstoff-Aktien betrafen. Die Anleger sollten unter anderem in Stargold-, Starenergy- undRussoil-Aktien investieren. Zudem hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auch noch im Zusammenhang mit vielen anderen Wertpapieren Anhaltspunkte für die marktbeeinflussende Transaktionen festgestellt, insbesondere API Nanotronics, Rancher Energy, SES Solar Inc., Urex Energy Corp., Go Frish Corp. und Makeup.com Ltd.

Staatsanwaltschaft ermittelte gegen Markus Frick

Die Staatsanwaltschaft warf Markus Frick vor, dass eine ganze Reihe der empfohlenen Wertpapiere praktisch wertlos gewesen seien. Zudem habe er die durch die denTipps folgenden Kursentwicklungen zu seinem Vorteil ausgenutzt, ohne die Anleger darauf hinzuweisen. Sie erhob Anklage gegen ihn.

Gericht verurteilt den Börsenguru wegen Marktmanipulation

Das Berliner Strafgericht hat den selbst ernannten Börsenguru mittlerweile in einem Aufsehen erregenden Prozess wegen Marktmanipulation verurteilt und gleichzeitig ca. € 40 Mio. von den Konten und Depots diverser Beteiligter eingezogen.

Das ist Scalping

Experten nennen so ein Verhalten Scalping. Sie verstehen darunter das Vorgehen mancher Fondsmanager, Herausgeber von Börsenbriefen, Wirtschaftsjournalisten und anderer umgangssprachlich bisweilen „Börsengurus“ genannter Personen, zu einem günstigen Kurs marktenge Aktien meist kleiner Unternehmen zu kaufen und anschließend gezielt positive Meldungen über das Wertpapier auszustreuen und es in der Öffentlichkeit zum Kauf zu empfehlen. Durch die so gestartete große Nachfrage schnellt der Kurs zunächst in die Höhe, bis die Urheber des Scalping ihre Anteile wieder verkaufen und einen Kursgewinn einstreichen, der aus der Nachfrage der zum Kauf verleiteten Anleger resultiert. Da durch die raschen Verkäufe der Aktien durch die Täter die Kurse oft wieder stark sinken, erleiden die Anleger, die auf die positiven Nachrichten vertraut haben, nicht selten hohe Spekulationsverluste. So wird ihnen im übertragenen Sinn „das Fell über die Ohren gezogen“ (Quelle: Wikipedia).

Erfolgsaussichten für Anleger in vielen Fällen gut

Zudem haben hunderte von Anlegern, die auf die Empfehlungen von Markus Frick hereingefallen sind und viel Geld verloren haben, den Börsenguru zivilrechtlich in Anspruch genommen. In vielen Fällen mit Erfolg.

Landgericht Heidelberg: Frick haftet!

Das Landgericht Heidelberg hat Markus Frick in der I. Instanz verurteilt (nicht rechtskräftig). Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er die Informationen, die letztlich zu den Anlageempfehlungen führten, nicht hinreichend sorgfältig und gewissenhaft geprüft habe. Das sei eine Schadensersatz begründende Pflichtverletzung. Zwischenzeitlich zog er nach Berlin. Da regelmäßig das Gericht des Wohnorts des Beklagten zuständig ist, mussten jetzt nicht länger Heidelberger Richter, sondern das Berliner Landgericht darüber entscheiden, ob er sich schadensersatzpflichtig gemacht hat. (Nachtrag vom 28.08.2011: Markus Frick erklärt, dass er den Rechtsstreit vor dem Landgericht Heidelberg in der Berufungsinstanz vor dem Oberlandesgericht mit dem Geschädigten verglichen hat.) 

Es wurden schon viele Vergleiche geschlossen

Im Ergebnis hat er auch hier schon eine ganze Reihe von Anleger zumindest teilweise entschädigt.  Nach eigenen Aussagen sollen bislang Vergleiche mit einem Gesamtwert in Höhe von € 4,6 Mio. geschlossen worden sein. Es macht also Sinn, durch einen Fachmann prüfen zu lassen, ob auch in dem konkreten Fall Erfolgsaussichten gegeben sind, was tatsächlich in den meisten Fällen so ist.